Dienstag, Oktober 03, 2006

welcome to my little island

Letzter Akt. Szene. Check-in Schalter eines Flughafens.
Praktikantin neben dem Gepaeckband, gespannt auf die Gewichtsanzeige blickend

27,1 kg! „Gar nicht schlecht“, dachte ich mir, „nur ein Kilo drueber als bei Einreise und das nach 7 Monaten in einem Land, in dem auf 10 Einwohner eine Shoppingmall kommt.“ „Gar nicht toll“, dachte sich die Dame vom Bodenpersonal der Schweizer Fluglinie, „Sie sind 7 Kilo drueber!“ So griff ich schon nach meinem Geldbeutel, bereit, Ihr fuer die laeppischen, also im Ernst, extra Gewichtsanteile die entpsrechende Summe zu ueberreichen. Doch sollte ich wirklich, nach emsigen Telefonaten mit Menschen, die meinem euphemistischen Ueberzeugungsversuchen hartnaeckig widerstanden, hier so nichts und wieder nichts einfach aufgeben? Zaghaft versuchte ich es also mit „Ja, also, auf dem Hinweg, da gewaehrte mir Ihre Kollegin 25 kg und ...“
Sie: „Ja, 25kg wuerde ich Ihnen ja auch geben, das koennte schon gehen, aber...“ - Ich wieder zurueck zum Geldbeutel ...

„Ach kommen Sie, ich geb Ihnen die 27.“
Jippiiieeee!
Ich mich artig bedankt und das Geld fuer den Duty Free Bereich gesichert. Nun hatte ich 2 Tickets. Logischer Weise werden auf allen Tickets exakt nacheinander jedes Reiseziel mit Infos eingetragen. Zur Unterscheidung wird dann die Strecke, die man tatsaechlich fliegt, weiss unterlegt, rote Schriftfarbe, und die andere Strecke grau unterlegt, ebenfalls in rot geschrieben. Das Ganze dann mit einem Zeilenabstand von 0,25 cm und Schriftgroesse 6.
Man muss also schon ganz genau hinschauen, welches Ticket nun das richtige ist. Schon auf dem Hinflug haben sie mir den falschen Wisch abgenommen, bis dann ein Steward beim Check-in, vor dem Fluzeug meinte, dass ich den Flugschein aber noch brauchen wuerde, wenn ich wieder zurueck kommen wolle. Nun also beschaeftigte sich die nette Frau unermuedlich mit meinen Tickets, akribisch genau gab sie meine Daten ein, ja, ob ich denn auch wirklich so heissen wuerde (irgendjemand muss ja den Platz im Pass mal fuellen). Mir kam noch der Gedanke, dass eine moegliche Verwechslung vielleicht unter Umstaenden haette eintreten koennen, verwarf diesen jedoch gleich.

So lief ich auf die horizontalen Rolltreppen in den Verbindungshallen der Gates, vorbeiziehend an mir das letzte halbe Jahr, jeder Mensch an mir vorbei ein Ereignis symbolisierend, unwirklich und im Sekundentakt, alles genau so und viel zu schnell. Stolpernd auf den naechsten Runway gehastet, Bruchteile von Unterbrechungen eines Ablaufes, der nicht immer lief, doch immer weiter. Das naechste Band geschafft, wieder angeknuepft, weiter, Balance haltend, von hinten ueberholt, doch auch das akzeptierend.
In Wartehallen herrscht ja generell eine fast zu laessige Atmosphaere, Fliegen als Alltag, hach, und schon wieder den Pass raus, hatten wir doch erst, mensch, Daniel, nun komm endlich, ja, Familien zuerst und nehmen sie mir bloss nicht meinen Platz weg.

Auf mich kam dann im Flieger irgendwann zwischen Plastikorangensaft und Aufbackbroetchen eine Frau zu, die meinte „Ah, da sind Sie ja!“
„Wir haben Sie falsch eingebucht, falsches Ticket verwendet, aber unsere Kollegen wissen schon Bescheid, gar kein Problem!“

Wer heute fliegt, muss sich echt nicht ueber Langeweile beklagen, solch ein Flug ist immer durchsetzt von integrierten Schmankerln. Inklusive der Schokolade.

In der Schweiz dann begruesste mich eine asiatische Stewardess im tiefstem Schwitzerdütsch und ich dachte noch, jetzt kommt gleich ein „Ok-lah, can, Ticket verbummelt, aber wir schon gecheckt, can do lah!“
Neben dem wartenden Transferbus sog ich zuerst einmal die frische kuehle Luft ein, obgleich der Abgase, wann hatte ich das letzte Mal solch eine Brise in der Lunge. Das ist wie ein kaltes Bier am Feierabend, selten so erfrischt gefuehlt.

In diesem Zusammenhang darf aber auch ein Verweis auf das letzte Wochenende in Singapur nicht fehlen. Den Samstag verbrachte ich mit Muna in Little India, Arab Street und Bugis, nett kloenend, bedacht shoppend und gut essend. Abends lud das Paulaner zum, ja, ich gebe es zu, Oktoberfest ein. Biertechnisch bin ich nun glaube endlich mal in die hoeheren Weihen des Gebraeus aufgestiegen. Zusammen mit lieben Kollegen und Freunden feierte ich anstaendig bis in die Morgenstunden, der viel zu frueh kam und mich spaet ins Bett gehen liess. Der Aufenthalt in Singapur war bezeichnend fuer eine Erfahrung, in der alles anders kam als ich es mir vorgestellt hatte und alles aufschlussreicher war als ich es je gewagt habe zu hoffen. Danke allen die daran Teil gehabt haben und das noch immer tun und weiter werden.
Der Vorhang faellt.

- Fotos sind wie immer klein, sonst packt das mein Blog nicht.
Fuer detaillierte Ansichten: draufklicken -

Freitag, September 29, 2006

We're on safari to stay

Ich versuche nun bereits seit Dienstag, diesen ollen Eintrag reinzustellen, doch leider wollten die Fotos jedes Mal nicht. Nun endlich erfolgreich wieder Lach- und Sachgeschichten eines geschaeftigen Trainees.
Unschwer mag ja nun inzwischen zu erkennen sein, was der Praktikant an sich in Singapur gerne macht: Reisen. Manch einer begibt sich unbegrenzt ein Wochenende nach dem anderen auf Trips in die naehere Umgebung, hingerissen von den Moeglichkeiten die sich ihm bieten. Thailand, Indonesien, Vietnam, Kambodscha, die Palette ist vielfaeltig, doch fuer 2 Tage meist zu kurz. Dennoch sind die meisten so unerschrocken und nehmen lange Anreisen auf sich, um dann puentklich am Montag morgen vom Flieger direkt an den Schreibtisch zu schlurfen. Man kann jedoch auch die geographisch bequemere Variante waehlen und ein Wochenende auf einer Insel in Malaysia verbringen, nicht unweit von Singapur entfernt. Sehnsuechtig, endlich einen weissen Strand mit Bountybotanik erwartend, verbrachten wir letztens ein Wochenende genau dort.
Bevorzugte Bevoelkerungsgruppe Singapurs ist immernoch Schwaben, gleich danach reihen sich die Bayern ein, und so trifft man mitunter auf Verwalter, die es auf ihren Erkundungsreisen wohl gerne nach Suedostasien verschlaegt. Nachdem Philipp nervenaufreibende Papers fuer ehrgeizige Bachelorprojekte fertigstellen und ich meinen Teint fuer die kommenden „Was, Du warst 7 Monate in Asien???“-Fragen auffrischen musste, waren wir mehr als inselreif. Und auf Rawa, Ziel der Reise, kann man ja gluecklicherweise nicht viel mehr machen als sich in die groesste Badewanne der Welt zu legen und einfach nichts zu machen. Dort war es einfach mal herrlich ruhig, kein Handynetz, keine hupenden Autos, keine shoppenden Familien, einfach sehr relaxed und genau das richtige nach einer Nacht in einem blau-weiss gestreiften Zelt mit Unmengen von Bier, eingeweichten Getraenkecoupons und einer eigens eingeflogenen bayrischen Singmannschaft. Nun bricht ja des Deutschen liebste Zeit aufgrund des Festes, weswegen man uns im Ausland kennt („Ah, Germany, you have the Octoberfest and the Schnitzel!“), an. Klar, dass es so was auch hier geben muss und nun reiht sich ein Oktoberfest an das naechste. Pioniergeist zeigt hier der Swissclub, der den Anfang der Serie macht und strikt geregelt Einladungen an ausgewaehlte Leute verschickt. Durch einen gluecklichen Zufall hat meine Mitbewohnerin eine Karte fuer mich ergattert und so kam auch ich endlich mal in den Genuss der bayrischen Lebensfreude. Vollkommen aus dem Haeuschen waren allerdings die asiatischen Kollegen, die auch noch nach Bruchlandung durch umgekippte Baenke weiter das Zelt rockten. Allesamt also ein schoenes Wochenende, das mich frohen Mutes in eine arbeitsreiche (wann ist es das nicht) Woche starten liess. Lasst es Euch genauso gut gehen!

Samstag, September 16, 2006

tryin' to find some peace of mind

Im Zuge des momentan stattfindenden IMF Meetings hat sich die Loewenstadt, welche man auch als perfektes Organisationstalent darstellen kann, herausgeputzt fuer ueber 20.000 Delegationsteilnehmer. Es gibt viel zu diskutieren.
Hermetisch abgeriegelt ist das Areal rund um Suntec, dem Ort des Geschehens, markiert durch patroullierende Polizisten, die unerschrocken jedes Taxi, jedes Gefaehrt und jeden Bus kontrollieren. Allerdings war es vermutlich noch nie so leer in der angrenzenden, integrierten Shopping Mall. Diese allerdings ist so lang, windet sie sich doch unterirdisch der Strassen in ich weiss nicht wievielen Kilometern. Endlose Laufbahnen, auf denen die Bewohner um den besten Platz im (Shopping)Endspurt fighten, immer dabei, immer am Anschlag, treibend, rastlos. Momentan also die Chance, alleine und im eigenen Tempo seine Runden zu drehen. Wenn ich mich umdrehe, blicke ich auf den Wasserfall unseres Condos, der in terrassenfoermigen Abstufungen plaetschernd den Morgen einlaeutet. Dazu, denkbar passend, Klaviermusik einer unbekannten Franzoeischen Kuenstlerin, es plaetschert und traellert hier im Einklang, schiergar parallel, da weiss man gar nicht was schoener ist. Oder das eine ergaenzt das andere.
Ergaenzend dazu mal wieder lustige Dinge aus der Arbeitswelt, heute: moegliche Jobkategorien fuer aufstrebende Literaten aka „Und was machst Du in Singapur?“
  • Flight Attendant

  • Rechtsanwaeltin

  • verheiratete Frau mit 2 Kindern (herzlichen Dank auch)

  • Bankangestellte

  • Aerztin (wozu man es in 7 Monaten bringen kann...)

Ich bin ja gespant was morgen kommt. Fehlen wuerde ja noch Professorin und professionelle Golferin. Stetige Klassifizierung eines Praktikantendaseis – jedem so wie es ihm gefaellt. In diesem Sinne – macht Euch ein schoenes Wochenende!

Sonntag, September 03, 2006

Like a flower bending in the breeze

Eine Bar, ein Boot, ein Bier - hier:
So ungewoehnlich ist diese Kombination gar nicht. Und es bedient doch eindeutig unser aller Interesse. Es bedarf sicherlich einer Erklaerung, handelt es sich hierbei nicht um einen neuen Studiengang (LKM rulez!).
In Singapur steppt ja bekanntlich der Baer, bist Du nicht auf der Ueberholspur, hast Du gleich verloren. Und da sass ich doch tatsaechlich am Samstag zu Hause. Alle Kontakte, in meinem Handy gespeichert, weilten entweder in Bankok, im Restaurant, im Bett oder sonstwo. Doch Brandy, der war mal wieder auf Achse und so traf ich mich mit ihm in der Bar None des Marriott Hotels mitten in Orchard. Bemerkenswerterweise verfuegt ja nun jedes anstaendige Hotel ueber eine gut ausgestattete Bar und auch dieses liess sich nicht lumpen. Mit meinen neu erworbenen, schicken 4€ Schuhen schlenderten wir, ansonsten eher kasual, in eben dieses, welches sich dann auch noch richtig formal erwies. Sogar ein malayisches Fernsehsternchen gab sich die Ehre, Brandy dazu ganz fachmaennisch: "Die sieht aber im Fernsehen besser aus!"
Allerdings ueberstiegen die eingestellten Grade der, wir kennen das bereits, Klimaanlage, meine Haushaltstemperatur bzw. unterboten sie eher, so dass ich als einzige in diesem Schuppen im Pulli rockte. Es wirkte ein wenig wie beim Après Ski, aber ich konnte nicht anders. Hochachtung vor den in Scharen angereisten Asiatinnen, welche im Minirock und Minitop auf der Tanzflaeche groovten, ich war nah an der Bestellung eines Kamillentees. Doch die im Programm eingebundene Performance der Live Band war einmalig, dazu einen anstaendigen Cocktail und im Takt wippendes Kopfnicken verhalfen auch mir zu a damn good time. Mit von der Partie war auch noch Johannes, ein Bekannter von Brandy, aus dem schoenen Weimar stammend. Beide nehmen an einem woechentlichen Training des Drachebootclubs teil und haben mich nun so neugierig gemacht, dass ich da naechste Woche einmal mitrudere. Ich zeig Euch dann mein Kreuz :)

Grade komme ich nun vom German Brunch, das jeden Sonntag im Paulaner Bräuhaus stattfindet. Dort traf sich die Drachenboottruppe zum gemeinsamen Spachteln. Geruechten nach zu Folge, verfuegen Deutsche nahrungsmitteltechnisch ja ausschliesslich ueber "stinkendes Sauerkraut" (O-Ton eines Einheimischen, der mich gestern im Supermarkt ansprach). Mir wurscht, ist es doch einfach lecker! Dazu ein paar Brezeln, Vollkornbrot (sie haben sich sehr bemueht mit den "Koernern"), ein gutes Bier mittags um 1 und nette Gespraeche mit weisswuerschtel essenden Brasilianern - was will man mehr.
Einen schoenen Sonntag, Gruss ins Poldi-Land !

Samstag, August 26, 2006

I know where I came from

Und wieder ein Samstag in Singapur. Eigentlich sollte und wollte ich vor allem heute morgen mit einer Truppe anderer Praktikanten nach Rawa, einer Insel in Malaysia, fahren, um ein relaxtes Wochenende am Strand zu verbringen. Hier ist es momentan naemlich so verdammt heiss, es hat ewig nicht geregnet und wir schwitzen uns von einem Tag zum naechsten. Leider musste ich aber heute morgen mit fiesen Halsschmerzen und leichtem Fieber aufwachen und da macht es sich nicht ganz so gut in der Sonne. Sch..... :( Warum passiert so was immer am Wochenende und genau dann wenn man es nicht brauchen kann ? Ansonsten war die Woche aber sehr schoen, ich habe ein paar liebe Freunde getroffen und mittlerweile haben wir auch eine neue Praktikantin. Julia heisst sie und studiert in Muenchen und wird nun fuer 3 Monate mit uns zusammen arbeiten. Mittwochs ging's endlich mal wieder auf die Lady's Night, dieses mal ins Insomnia. Habe ich ja schon einmal von berichtet, und auch dieses mal war der Laden in komplett deutscher Hand. Es gibt hier derzeit eine Bierwerbung eines uns sehr bekannten gruenflaschigen Hopfengetraenks, das sich doch tatsaechlich mit dem Slogan ruehmt, man sei deutsch wenn man es trinkt. Nicht jedes Bier kommt aus Deutschland, auch wenn ein Freund meiner Mitbewohner neulich meinte "Hey, it's what you guys do - drink beer !" Trotz dieser verurteilenden Worte musste ich genau daran am Mittwoch denken, als uns 3 mal so alte Gestalten wie wir auf der Tanzflaeche umgarnt haben und wir die Flucht nach vorne angetreten haben. Allesamt aber ein lustiger Abend mit DaimlerChrysler, LBBW, Commerzbank und diversen anderen. Am Tag darauf meldete sich mein ehemaliger Mitbewohner, der mir immer noch einen Kinofilmabend schuldete, und so trafen wir uns zu "My Super Ex-Girlfriend" im Plaza Singapura, der aeltesten ShoppingMall Singapurs. Vergesst Superman, nehmt Uma Thurman, tausendmal erfrischender, wir haben uns koestlich amuesiert ! Auf dem nach-Hause-Weg dann allerdings der Brueller der bisherigen Fragen, die mir von Taxifahrern gestellt wurden : "Are you a Singaporean ?" Huch ? Excuse me ? Meine Mama meinte schon, ob ich inzwischen Schlitzaugen haette (nein, immer noch die gleichen grossen Augen), Tobi befuerchtete bereits, ich heirate einen Singapuri (nein, immer noch zu klein und den Millionaer habe ich auch noch nicht getroffen), aber dass man mich fuer eine Einheimische haelt, v.a. kam die Frage von einem Local, ueber trifft alles. OK-lah, can !

Anbei noch einen lieben Geburtstagsgruss an die
Fleur, die heute feiert - herzlichen Glueckwunsch und wir sehen uns bei erfrischenden Veranstaltungen fuer Aeltere Deutsche :) !

Sonntag, August 20, 2006

When it comes to you / I know everything and anything

Das hier ist ein Aufruf. Ein Aufruf an meine werten Freunde, die ich hier verlinkt habe und die auch einen Blog bewirtschaften. Ohne liebevolle Zuwendung, andauernde Pflege und regelmaessige Nahrungszufuhr waechst solch einer nicht. Soll er doch aber gedeihen, muss man ihm das geben was er braucht, damit er zu einem grossen, starken Blog wird. Damit wir hier auf eine erbluehende Blogkultur blicken und einen grossen Stammbaum bilden koennen, ohne verkuemmerte Aeste, muessen wir alle mit anpacken. Keine Ernte ohne gute Saat ! Mein Kundenstamm ist auch an Eurer Gaertnerei interessiert, heimische Qualitaet ist mehr denn je gefragt, abgefertigte 08/15 Produkte sind out, man will wissen, woher die Produkte stammen und ihre Stationen nachverfolgen. Es heisst ja oft, dass es billiger sei, im Ausland herzustellen und bei der Nachfrage muss die Erzeugung doch auf Hochtouren laufen ! Die Konkurrenz ist stark, liebe Genossen, also ranhalten ! Wir haben nun schon Ende August !

Ich war gestern mit dem Karinchen, meiner Vorgaengerin, in der New Asia Bar, einer Bar im 71. Stockwerk gelgen mit Blick ueber ganz Singapur. Gemuetliche Sitzgelegenheiten, geschmacklich aussergewoehnliche Cocktails und chillige Musik runden das Etablissement ab. Im Anschluss haben uns noch eine komplette Season "Friends" reingezogen, immer wieder schoen, und in den fruehen Morgenstunden brachte mich ein Schrank von einem Securitymann zum Taxi.
Wettermaessig tausche ich gerne mit Euch, es ist schwuel und heiss und ich sitze mit meinen Pflaumen am Wohnzimmertisch, nebenan arbeiten meine Mitbewohner an ihren Bewerbungen fuer ausgewaehlte Masterstudiengaenge an europaeischen Unis.
Lieben Gruss und einen schoenen Sonntag !

Dienstag, August 15, 2006

Y’all know we takeover

Am Wochenende war Weihnachten. Jedenfalls mein persoenliches, vorgezogenes. Ja, es war sogar noch besser. Nachdem ich ja die Fussball-WM gruendlich verpasst hatte (zwar mittendrin, aber nicht dabei), suchte ich schon lange haenderringend nach einem Ersatz. Einen besseren als den folgenden haette ich nicht finden koennen: den Philips Cup in Singapur, ein Event der Extraklasse mit dem einzig wahren (ooooooooooh) Sport: Basketball. An besagtem Datum also fand hier in meiner derzeitigen schweizer Enklave Asiens ein Turnier statt mit der Crème de la Crème des Basketballs.
Die Nationalmannschaften Argentiniens, Spaniens, Serbiens & Montenegros und Sloweniens sowie die Singapore Allstars, die Melbourne Tigers, die Malaysia Allstars und Chinese Taipei gaben sich die Ehre. Um einen moeglichst guten Platz zu ergattern, war ich mal wieder viel zu frueh vor dem Indoor Stadium, einer an der Waterfront gelegenen Halle, in der z.B. auch alles, was rockt und denkt, rocken zu muessen, auftritt. Neben dreizehnjaehrigen Jungs mit Schuhgroesse 45 und Segelhosen reihte ich mich in die doch schon beachtliche Schlange ein, um dann bei der Kontrolle erst mal meinen ganzen Trinkvorrat abgeben zu muessen (so eine Plastikflasche kann schon arg gefaehrlich werden und ich kann auch schon seit der Grundschule so gut werfen). Whatever, jedenfalls waren die Sitze exakt in der Mitte, 2. Reihe (in der ersten sieht man nur die Rueckseite der sich immer wieder selbst erneuernden Seitenbande) on me ! Brandy, mein Kollege, war noch beim Dragonboat Training, so dass ich die ersten Spiele fachmaennisch mit einem zu meiner linken sitzenden, permanent plappernden, hyperaktiven Indonesier verbrachte, der die ganze Zeit wie die schlechte Version einer betrunkenen alten Tante lachte. Wo ich mir eigentlich das Spiel anschauen wollte, sollte ich von ihm ein Bild mit einem sich aufwaermenden Spieler machen, der auch einen vorbeifliegenden Vogel haette darstellen koennen. Aber man will ja dabei gewesen sein !

Um Viertel nach 6 kam dann der erste Brecher : Argentinien vs Slowenien. Mei, ich kann Euch sagen, ich war vollkommen aus dem Haeuschen ! Manu Ginobili !! Ja, sitzt da noch jemand ? Vor mir ! Live ! Wahrhaftig ! Daneben noch ein Rasho Nesterovic und Bostjan Nachbar ! WAAAAAAHHNSIIIIIIINNNNNN !! Denen zuzuschauen ist eine Wonne, das geht runter wie Öl. Und es wurde ja noch besser. Im Anschluss betraten Spanien und Serbien & Montenegro die Halle, mit ihnen Pau Gasol, der spanische Dirk Nowitzki. Mei, so lange Beine und der Kerl schafft es dennoch fuer seine Groesse ungewoehnliche geschmeidige Bewegungen unter dem Korb zu vollbringen. Superb ! Da haben die Grizzlies schon sehr gut eingekauft. Auf der anderen Seite trabte dann noch ein Darko Milicic an mir vorbei, 2m von mir entfernt, 2m groesser als ich. So verbrachten wir also 2 Tage in einer zu wohltemperierten Halle (das entschuldigt den Kapuzenpulli, die Socken und den Schal meinerseits) auf immens unbequemen Klappstuehlen, uns die Seele aus dem Leib bruellend, euphorisch, endorphinausschuettend, fassungslos. Immer natuerlich: fachmaennisch analysierend. Und alle Spiele waren sie abwechslungsreich und spannend und, das ist das Aufregende an diesem Sport, immer anders als man denkt. Sieger des Cups wurde Spanien in einem den Argentiniern doch weit ueberlegenen Finale. Anbei wie immer ein paar Eindruecke (fuer die bessere Perspektive gilt wie immer: draufklicken) und am Wochenende geht die WM, die Basketball-WM, ganz in der Naehe los ! Diese WMs reissen nicht ab...... Liebe Gruesse !