Relax Relax Relax
Den ersten Eintrag im August gleich mal mit einer Reisegeschichte beginnend – das macht doch Lust auf mehr ! Vergangenen Freitag bin ich ein wenig frueher aus dem Office an den Changi Airport gefahren, um puenktlich meine Maschine nach Bali zu kriegen. Nach ewigem Hin und Her mit welcher Fluggesellschaft Madame denn nun fliegen sollte, brachte mich eine australische Crew sicher auf die Insel. Vielleicht wiederhole ich mich, aber ich bin immer wieder ueberrascht und gluecklich, wenn ich von einer faehigen, netten, freundlichen Truppe versorgt werde und diese ist wirklich zu empfehlen. Dazu konnte ich absolute Beinfreiheit geniessen, da der Platz neben mir frei blieb und so machte ich es mir mit Kissen, Decke, gescheiter Musik, Nudeln
mit Bohnen und getrockneten Tomaten bequem. Nach 2h Flug Landung auf Bali, wieder ein paar Stempel mehr im Pass, und dann los zum Ausgang, nach Steffi schauen. Mei, war ich aufgeregt und hab mich wie ein Kind gefreut, 1 Jahr haben wir uns jetzt nicht mehr gesehen, seit sie letzten Sommer nach Indonesien abgereist ist. Und da, zwischen all den Schilder hoch haltenden, erwartungsvoll schauenden, „Transport!“ rufenden Menschen, stand sie auch schon. Heimkommen in einem fremden Land ist wunderbar. Praktischer Weise ist Steffi mit dem hiesigen Strassenverkehr vetraut und so duesten wir beide durch die balinesiche Nacht mit dem Moped, besser kann man sich die Umgebung ja kaum anschauen. Wie lange bin ich nicht mehr gecruised ! Taxifahren ist ja ganz nett, aber ein, ich nenne es nun mal Fahrradersatz, mit frischer, obwohl, Mopedabgasvollgepackter Luft, egal, jedenfalls gab Steffi dem Ding die Sporen, so dass ich mich nur noch an sie klammerte und ihr die Kutscherrolle ueberlies. Nun kann ich ja kein Wort Indonesisch, niente, nullo, nix, und als Steffi dann anfing, mit Passanten zu plappern, war ich doch einerseits gluecklich, meinen persoenlichen
Dolmetscher an Bord zu haben, andererseits aber einfach mal komplett hilflos. Die Sprache besteht aus so vielen Vokalen, primaer „a“s und da half dann auch mein Latinum nichts mehr. Irgendwann hatte ich dann das „Danke“ drauf und konnte mich wenigstens so den Leuten gegenueber erkenntlich zeigen. Ein CrashKurs Indonesisch vorher haette sich gelohnt, es ist einfach ein Zeichen der Anerkennung, wenn man die Sprache in einem Land sprechen kann. Ok, wir also ein wenig durch Kuta gefahren, vorbei an den Spielstaetten des Nachtlebens, dem Strand, die engen Gassen entlang, Scotland Yard haette seine Freude hier. Australien braucht ja auch eine Vergnuegunsinsel und was Mallorca fuer Deutschland ist, ist Bali fuer die Australier. Wahnsinn, Ballermann Bali all the way, Beachbabes und Surfer soweit das Auge reicht. Anschliessend noch schnell ein paar Millionen abgehoben (die Karte hat funktioniert ! Danke ! Mit der PIN ! An einem kleinen, uralten, klapprigen Automat !) und unsere Herberge bezogen, in der Steffi schon ihr Lager aufgeschlagen hatte.
Naechster Morgen, nach einer durchgequatschten Nacht (da muss man
einiges aufholen in einem Jahr), brachen wir in aller Fruehe nach Dreamland auf, Steffi's & Co Hausstrand, an dem sie schon oft waren und den sie mir zeigen wollte, als Option fuer unser Ferienziel. Mit dem Moped hingeduest, den Steilhang runtergehoppelt, landeten wir an einem wunderschoenen Strand, fast weisser Sand, mit meterhohen Wellen und direkt am Strand einige an die Felswand gebaute Huetten. 5 Meter bis ins kuehle Nass, der Himmel so blau dass es die Farbpallette nicht packen wuerde, ueberwaltigend. Auf Robinson Crusoe's Spuren, Konstanz meets Kokosnuss.
Leider aber waren die Wellen so hoch wie noch nie, sie schwappten bis an die Treppe zu „unserer“ Huette und an
Baden war da gar nicht zu denken. Nach einem grossen Fruehstueck, Jack Johnson im Hintergrund und traumhaftem Ausblick sowohl hinaus in die Weite, ins tuerkisblaue Wasser, als auch am Nebentisch ;), machten wir uns wieder auf den Weg zurueck. Wir ueberlegten noch, ob sich ein Aufenthalt hier lohnen wuerde, wenn man quasi die ganze Zeit eingesperrt auf der Terrasse sitzt, vom Meer umstrudelt. So fuhren wir nach Ubud, Landschaft und Reisterrassen kucken, Umgebung geniessen, an einem vorbeiziehen lassen. Ein Moebelgeschaeft am naechsten, Holzfigurenschnitzereien am Strassenrand, Steinmetze mit monumentalen Figuren (fuer die 20 Hektar Garten, die man versorgen muss, kann man hier fuendig werden, je groesser je besser und bombastischer mit Schnoerkel hier und Ornament da) und ueberall Hunde, die ja soooo suess sind. Weg da...
In einem
Restaurant haben wir uns dann Black Rice Pudding gegoennt mit Kokosnusssauce , absolutely yummi. Am Ende des Tripps war ich komplett schwarz im Gesicht und Steffi hatte kein Staubkorn abbekommen. Irgendwie meinte sie, dass wir ja noch ein bisschen shoppen gehen koennten, ob ich denn mal schauen wollte. Hm, jo, eingeplant hatte ich das jetzt nicht, aber eine Tasche, das war noetig (vorher den Stoffbeutel mit Winzerkellerei in Konstanz als Ersatz gefuehrt). Woher haette ich denn wissen koennen, dass ich hinterher mit 2 Paar Schuhen, einem Oberteil, einem Pulli, einer Tasche, diversem Kleinkram, Kosmetika und Geldbeutel wieder rauslaufen wuerde ? Aber bei 2 € bzw. 5 € pro Schuhpaar habe ich mir das OK zum Go erteilt. Wie lange sie halten weiss ich nicht, aber sie sind schoen !
Sonntag morgen, Bootstour
auf die Insel Lembongan, 1 1/2h von Kuta weg. Die hohen Wellen liessen einen Alternativplan zu und laut Ole sei es dort schoen und man koenne sich auch in die Fluten stuerzen. Wir also mit Sack und Pack ruebergeschippert, Unterkunft gesucht und, jawoll, endlich an den Strand geflackt. Viel mehr haben wir auch in den kommenden Tagen nicht unternommen, was braucht man schon gross bei Liegen direkt am Meer, einem guten Buch, Musik und guter Gesellschaft ? Luft und Liebe, es hat schon was Wahres. Zwischendurch ein Mango Lassi , Zucker mit Tee und ein Knoblauchtoast waren allerdings noetig.
Und das Wasser, was sag ich Euch, wieder tuerkisblau, glasklar, paradiesisch. Am Montag stiessen noch Lulu und Gabi zu uns, die genau wie Steffi nun ein Jahr in Indonesien bzw. Malaysia studien- und praktikumsmaessig unterwegs waren und kurz vor dem Heimflug standen. Zusammen haben wir einfach eine schoene relaxte Zeit verbracht. Die Konstanzer Reunion war somit perfekt.
Mittwoch ging's fuer Steffi und mich wieder gen Kuta. Leider glich das Boot dieses Mal eher einer Nussschale, die mit den Wogen des Meeres nicht so ganz zurande kam und mir ein mehr als flaues Gefuehl im Magen verschafft hat. Eine Kreuzfahrt kommt fuer mich nun, das weiss ich, einfach nicht in Frage. Wuerde sich nicht lohnen. Wieder zurueck auf der grossen Insel gab's erst mal Fruehstueck und dann, ach herrje, ja, es gibt ja so viele Laeden ! Aber meine Flipflops waren wirklich alt und gammlig und an ein paar Mitbringsel muss man ja auch immer denken. Steffi hat mich noch bis vor die Einganshalle des Flughafens gebracht und dann war unser kleiner Kurzurlaub auch schon vorbei. Kurz blitzte der Gedanke des „hups, Flieger verpasst“ in mir auf, aber man soll ja gehen wenn's
am Schoensten ist. Am Flughafen selber wurde ich dann ungelogen 6x kontrolliert, Pass raus, Rucksack auf, Arme hoch, ok. Mit halbstuendiger Verspaetung hoben wir gegen 4 Uhr mittags nach Singapur ab. Auch hier wieder top Verpflegung, nette Gesellschaft (die Surfer muessen auch irgendwie wieder heim) und landschaftlich ein sich einpraegendes Bild von oben, das es sich lohnt, diese Insel zu bereisen. Beim Landeanflug kam mir doch tatsaechlich der Gedanke des „Ich bin zu Hause“. Heimkommen in einem fremden Land ist wunderbar.
Steffi, lass es mich zusammenfassen : es war wunderschoen, Dich wieder zu sehen und ich kann Dir gar nicht genug danken fuer die tolle Zeit ! Wuensche Dir noch eine gute Restzeit in Deinem Indonesien, komm gut zurueck und lass es langsam angehen zu Hause.
Lulu & Gabi, auch natuerlich an Euch, dass wir uns endlich getroffen haben (ja, es hat geklappt !), war das Beste ueberhaupt und vergesst nicht: Mittwochs = Druidenabend mit Mango Lassi ! Einen guten Start in Deutschland und ein grosses Knutschi von mir.


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